Detailinformationen zu Leistungen und Untersuchungen

Diagnostik und Therapie angeborener Herzfehler:

Etwa 1% aller Kinder werden mit einem Herzfehler geboren. In der Mehrzahl der Fälle der angeborenen Herzfehler handelt es sich um zunächst harmlose Befunde, die lediglich hinsichtlich ihres Verlaufs kontrolliert werden müssen. Hier sind insbesondere kleinere Löcher zwischen den Vorkammern oder den Hauptkammern des Herzens zu nennen. Daneben gibt es auch viele andere angeborene Herzfehler, die deutlich seltener auftreten, jedoch zum Teil auch medikamentös und mittels Herzkatheter oder Operation behandelt werden müssen. Der 1. Schritt in der Diagnostik ist die klinische Untersuchung mit Auskultation und anschliessender Echokardiographie.

Abklärung von Synkopen (Ohnmachtszuständen):

Unter einer Synkope versteht man eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit (Ohnmacht). Diese hat oft harmlose Ursachen z.B. rasches Aufstehen bei mangelnder Trinkmenge, häufig im Teenageralter. Manchmal sind auch Herzrhythmusstörungen verantwortlich, was man weiter abklären muss, z.B. mit einem 24-Stunden-EKG.

24-h-EKG:

Ein normales „Standard-EKG“ bildet nur wenige Sekunden lang den Herzrhythmus ab. Bei Herzrhythmusstörungen bzw. dem Verdacht auf ebendiese ist es oft notwendig, den Herzschlag über einen ganzen Tag aufzuzeichnen.  Hierfür werden EKG-Elektroden auf die Brust geklebt und mit einem kleinen Gerät in der Grösse eines kleinen Smartphones verbunden und der Patient kann sich zu Hause oder in der Schule normal bewegen, Sport treiben etc. Nach 24 Stunden wird das Gerät abgenommen und die Aufzeichnung wird durch einen Kardiologen ausgewertet.

Belastungsuntersuchungen:

In der Belastungsuntersuchung kann neben dem Herzrhythmus die körperliche Leistungsfähigkeit untersucht werden. Durch einen Vergleich mit den Daten herzgesunder Kinder können etwaige Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und deren Ursachen festgestellt und objektiviert werden. Nach einer Operation kann z.B. eine Verbesserung der Belastungsfähigkeit gezeigt werden. Auch kann eine Medikamenteneinstellung unter Kontrolle der Belastungsparameter erfolgen.

Sporttauglichkeitsuntersuchung:

Sport ist gesund. Dennoch hört man im Leistungssport immer wieder vom plötzlichen Herztod z.B. von Profifussballern. Grund hierfür kann eine nicht erkannte Herzmuskelverdickung (hypertrophe Kardiomyopathie) sein. Für leistungssportorientierte Kinder bieten wir die vorsorgliche Abklärung mittels EKG und Herzultraschall an, um eine solche Erkrankung frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Abklärung von Thoraxschmerzen:

Während Thoraxschmerzen (Brustschmerzen) beim Erwachsenen häufig erstes Anzeichen auf eine Minderdurchblutung des Herzmuskels sein kann, ist beim Kind und Jugendlichen nur selten das Herz die Ursache für den Schmerz. Häufig handelt es sich um harmlose Schmerzen des Bewegungsapparates (Übergang Rippen zum Brustbein), auszuschliessen sind auch hier Rhythmusstörungen im 24h-EKG und ggf. auch in der Belastungsuntersuchung. Diese kann auch Anzeichen für eine Minderdurchblutung des Herzmuskels bei Anstrengung zeigen.

Zweitmeinungen:

Gerade bei Herzerkrankungen und evtl. notwendigen operativen Behandlungen ist häufig die Unsicherheit gross. Gerne bieten wir Ihnen an nochmals über die erhobenen Befunde zu schauen um Ihnen grösstmögliche Sicherheit hinsichtlich der Therapienotwendigkeit zu geben.

Mitbeteiligung des Herzens bei anderen Erkrankungen:

Viele andere Erkrankungen können auch das Herz betreffen - beispielsweise bei Stoffwechselerkrankungen, Bindegewebserkrankungen, rheumatischen Erkrankungen oder auch nach einer Chemotherapie.

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