Aktuelle Zahlen zu herzkranken Kindern und Corona-Infektionen

In Zusammenarbeit mit vielen Kinderkardiologen hat die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) Zahlen erhoben, die die Verläufe von Kindern im Allgemeinen und mit speziellem Fokus auf Herz-/Kreislauferkrankungen analysiert.

Die Original Veröffentlichung finden Sie auf der der Seite der DGPK und auch hier zum Download.

Zusammenfassend zeigte sich, dass, wie durch die Medien bereits bekannt, die Verläufe einer COVID-19 Infektion bei Kindern insgesamt mild sind, und auch bei Kinder mit einem Herzleiden keine besonders schwereren Verläufe beobachtet werden konnten. Dies trifft auch für die Gruppe der Kinder nach Herztransplantation zu.

Die ersten 6 Monate sind vollbracht...

... und wir möchten uns bei allen Familien und betreuenden Ärzten für das uns entgegengebrachte Vertrauen bedanken! Wir haben in den letzten Monaten unglaublich viele Erfahrungen und Kontakte sammeln dürfen und unglaublich viele hilfsbereite Kollegen kennengelernt, die nicht nur durch medizinische Expertise sondern auch Hilfsbereitschaft viel zum Gelingen der ersten Monate beigetragen haben! 

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

Preis der Schweizer Gesellschaft für Kardiologie 2020

PD Dr. med. Martin Christmann hat den diesjährigen Preis der Schweizer Gesellschaft für Kardiologie für seine Forschungsarbeiten in der Rubrik "Congenital und Pediatric Cardiology" mit dem Thema "Advanced imaging and new cardiac biomarkers in long-term follow-up after childhood cancer" gewonnen! Wir freuen uns sehr über diese Auzeichnung unserer wissenschaftlichen Arbeit!

Unter dem folgenden Link ist die Auszeichnung anzuschauen, auch wenn die Bilder der Preisträger vertauscht wurden ;)

LINK zur Preisverleihung

Kinderherzen - Zentrum für Kinderkardiologie wird Lehrpraxis der Universität Zürich

Zukünftig werden bei uns im Zentrum für Kinderkardiologie Medizinstudenten/-innen des 4. und 6. Studienjahres Kurse im Rahmen ihres Studiums absolvieren. Für uns als wissenschaftlich- und fortbildungsorientiertes Zentrum ist die Ausbildung junger Kollegen sehr wichtig. Selbstverständlich werden Eltern und Patienten vorab angefragt, ob ggf. einmal die Teilnahme an einem Studentenkurs unter Supervision möglich ist.

Aktuelle Empfehlungen für herzkranke Kinder während der Corona-Pandemie

Nicht nur bei Kindern und Jugendlichen mit angeborenen Herzfehlern/Herzerkrankungen sowie ihren Eltern ist aktuell die Sorge vor einer möglichen Corona-Infektion gross. Im Folgenden möchten wir allen Interessierten, aber vor allem den oben genannten Patientengruppen und Angehörigen einige Informationen der Fachgesellschaften im deutschsprachigen Raum geben. Hierbei beziehen wir uns auf aktuell publizierte Empfehlungen (u.a. Schweizerische (SGPK) und Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie, DGPK), entsprechende Literaturstellen liegen uns vor und können auf Wunsch gerne via Mail angefragt werden.

 

 

Allgemeine Hinweise:

Nach allen bisherigen Informationen aus verschiedenen Ländern verlaufen Corona- Virus Infektionen bei Kindern und Jugendlichen zu dem weitaus grössten Teil entweder komplett asymptomatisch oder zeigen nur leichte Symptome eines Atemwegsinfektes. Diese Einschätzung basiert auf Veröffentlichungen von Daten mehrerer tausend Kinder aus verschiedenen europäischen Ländern sowie China und den USA. Risikoprofile des Erwachsenen wie Herzerkrankungen im Erwachsenenalter (z.B. koronare Herzkrankheit), Bluthochdruck oder chronische Lungenerkrankungen sind nicht auf das Kindesalter zu übertragen. 

 

Lockerungsmassnahmen:

Mit Beginn der Lockerungsmassnahmen seit Mai 2020 werden nach und nach wieder die Schulen, Kitas und Kindergärten öffnen – unter behördlich festgelegten Sicherheitsvorkehrungen, welche u.a. auf der Seite des BAG zu finden sind. In der Zeit des vollständigen Schulschlusses waren Kinder und Jugendliche aber auch alle Angehörigen einem grossen psychosozialen Druck ausgesetzt. Mit dem Öffnen der Schulen werden die wichtigen sozialen Kontakte wieder ermöglicht. Dieser Weg zurück zur Normalität inkl. Schulbesuch ist gerade auch für Kinder und Jugendliche mit Herzfehlern und Herzerkrankungen unbedingt zu befürworten. Insgesamt überwiegen bei dieser Patientengruppe die bekannten positiven Effekte des gesellschaftlichen Miteinanders sowie des gemeinsamen Schulbesuchs die möglichen geringen Effekte einer Infektion mit dem Corona-Virus im Kindes- und Jugendalter.

 

Schulbesuch und Risikogruppen:

Die Fachgesellschaften halten es für falsch, ein Kind nur aufgrund eines angeborenen Herzfehlers, der ggf. bereits behandelt ist, zu isolieren. Einzelne Subgruppen von Patienten mit angeborenen Herzfehlern könnten aufgrund des Krankheitsmechanismus einen schwereren Erkrankungsverlauf vermuten lassen – Belege hierfür gibt es jedoch trotz vieler tausend Infektionen bisher nicht. Folgende Gruppen könnten für ein potentiell leicht erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf genannt werden:

 

  1. Säuglinge mit unkorrigiertem Herzfehler und vermehrtem Lungenfluss

  2. Patienten mit medikamentös behandelter pulmonaler Hypertension

  3. Patienten mit chronischer/schwerer Herzinsuffizienz, z.B.  bei dilatativer Kardiomyopathie

  4. Patienten mit einer schlecht funktionierenden Fontanzirkulation (z.B. bei Eiweissverlustenteropathie, plastischer Bronchitis, ..)

  5. Patienten mit angeborenen Herzfehlern und gleichzeitig bestehender chronischer Lungenerkrankung

  6. Patienten mit angeborener ausgeprägter Immunschwäche

  7. Bei einigen transplantierten Patienten (v.a. mit schlechtem Verlauf hinsichtlich bisheriger Abstossungsreaktionen, hohe Immunsuppression, ...)

 

Sollten Sie bzw. Ihr Kind einer dieser Gruppen angehören, empfiehlt es sich, mit ihrem betreuenden Kinderkardiologen ggf. individuelle Massnahmen bei Schul- oder Kindergartenpflicht – zusammen mit den Lehrkräften – zu besprechen. Da aber nicht alle Patienten dieser Gruppen auch wirklich ein erhöhtes Risiko haben und dieses auch von vielen anderen Faktoren wie weiteren Comorbiditäten abhängt, sollte jeder Fall individuell besprochen werden. Eine generelle Freistellung von Schulbesuch oder Berufstätigkeit wird nicht empfohlen.

 

Hygienemassnahmen

Die bekannten und vom BAG festgelegten Hygienemassnahmen sollten selbstverständlich auch von Patienten mit angeborenem Herzfehler beachtet werden. 

 

Herzmuskelentzündung durch Coronaviren

Bislang gibt es KEINE Hinweise dafür, dass bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern durch Coronaviren ein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung besteht. 

 

 

Quellen:

Stellungnahmen der Schweizer Gesellschaft pädiatrische Kardiologie (SGPK) und der deutschen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie (DGPK), auf deren Homepages die entsprechenden Zusammenfassungen ebenfalls zu finden sind.

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